Street Photography

Ein Thema, dem ich mich bisher noch gar nicht gewidmet hatte, ist die Street Photography.  Alltagsszenen, witzige Momente, Leute die sich möglichst unbeobachtet fühlen sollen, sind hier das Thema. Oft werden die Fotos dann in Schwarz-Weiß umgesetzt – wie auch hier (bis auf eines, was mir farbig besser gefallen hat).

Mit einem Kurs der Fotosafari – wieder mal – sind wir 8 Leute, mit Kameras bewaffnet, zusammen mit unserem Lehrmeister Robert von Aufschnaiter, nach einer kurzen einführenden Theoriestunde losgezogen. Nachdem es bei Straßenszenen viel zu viel fotografierendes zu sehen gibt (wenn man genau genug hinsieht), ist es ratsam, sich Aufgaben zu stellen. Erstes Thema: „Spiegelungen“ – vor der Tür des Unterrichtsraums:

Auf dem Weg zum Viktualienmarkt kamen wir an ein paar Hofeinfahrten vorbei. Diese ergeben hübsche Rahmen für vorbeilaufende Passanten. Wenn diese in dem Moment, in dem man fotografiert, auch noch herschauen, ist das Foto perfekt. Scharfstellen macht man – mangels Motiv in der richtigen Ebene, das läuf ja nur gerade in dem einen Moment vorbei – am besten manuell.

Auf dem Viktualienmarkt selbst galt es, Szenen zu fotografieren, die typisch für diesen Platz sind. Oft wollen Menschen nicht gerne fotografiert werden – hier hat uns Robert ein paar Tricks verraten:

a) Mit bereits erhobener Kamera vor dem Gesicht rumlaufen – so muss man nicht lange rumfummeln, wenn man „das“ Motiv gefunden hat.
b) Mit Partner arbeiten. Der Partner stellt sich in touristischer Manier posierenderweise neben das eigentliche Motiv, um sich dort scheinbar fotografieren zu lassen  – und der Fotograf hält knapp daneben.
c) so tun, als würde man was ganz anderes fotografieren wollen , und im nächsten Moment abdrücken.
d) Hinter einem Vorhang fotografieren: z.B. hinter herunterhängenden Waren. Diese bilden einen hübschen unscharfen Vordergrund, und man bleibt leichter unentdeckt.

Am Jakobsplatz, wo die Münchner Synagoge steht, galt es vor allem, Strukturen und die Atmosphäre des Platzes mit seinen Passanten festzuhalten.

Nächste Station: die Shoppingwelt der Theatiner-Passage:

Hier hat für mich am stärksten jedes Foto seine eigene Geschichte: Der Mann im Dessous-Laden, der sich darüber zu ärgern scheint, dass seine Frau nach der Geburt des Kindes sowas nicht mehr trägt. Der junge Mann, der davon träumt, ein Fußballstar zu sein (oder zumindest einen so tollen Schuh zu haben). Das Mädel, das auf dem Handy rumtippt, während es auf die Freundin wartet und an ihm die Passanten vorbei ziehen. Das andere Mädchen, das begeistert im Schuhladen stöbert – während der Mann daneben wohl eher wieder nach Hause will…

Den Abschluß machte der Marienplatz. Der ja eigentlich wirklich sehens- und nicht nur fotografierenswert ist. Umso mehr seine Touristen, von denen keiner ohne Handy vor dem Gesicht rumzulaufen scheint. Nur das kleine Hüdchen hatte ein echtes Münchner Erlebnis: es durfte aus dem Fischbrunnen trinken.

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