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Workshop: Portrait Shooting „on Location“ mit Systemblitzen

Portraits fotografieren – gar nicht so einfach, ein Model zu finden! Deswegen habe ich mich wieder einmal zu einem Workshop angemeldet. Mit dem Model Linda Penkhues sind wir in den Hofgarten und zur Hackerbrücke gezogen. Dabei sind einige ungewöhnliche Fotos entstanden. Gearbeitet haben wir nur mit Available Light und Systemblitzen. Durch günstige Funkaufsätze kann man die Blitze auch von der Kamera entkoppeln, um unschönes Frontal-Auflicht zu vermeiden. Man braucht nur jemanden zum Halten!

Die außergewöhnlichen Bildlooks entstehen in Lightroom. Hier sind schon viele „Pre-Sets“ enthalten, man kann aber auch einfach an den Reglern rumspielen, um z.B. ein Foto romantisch einzufärben, oder den Kontrast hoch- und die Sättigung runterzudrehen, um einen härteren Großstadt-Look zu erzielen.

Portraitshooting mit Andrea

Nach zwei Portraitkursen habe ich es endlich mal gewagt, ohne Lehrer ein Portraitshooting zu machen. Andrea hat sich bereiterklärt, mir als Model zur Verfügung zu stehen. Mit ungewissem Ausgang, freilich!

Wir haben außen fotografiert – im Englischen Garten – , mit zusätzlichem Kunstlicht. Rudi übernahm als Assistent das Handling des Systemblitz mit Softbox. Ein Reflektor wurde – wo es ging – am Boden irgendwo hingelegt, um zusätzlich aufzuhellen wo nötig. Für so ein Shooting braucht man am besten sogar zwei bis drei Assistenten – oder eben Improvisationsvermögen. Um Andrea’s Kleid schön „flattern“ zu lassen (wir aber leider nicht im Besitz einer Windmaschine waren), befestigten wir es mit einer Wäscheklammer am Rucksack, der als Beschwerer herhielt.

Hier ein paar Ergebnisse:

Jeans und Top, Englischer Garten beim Chinesischen Turm

Sony ILCE-7, F /3,5, 1/125sec., ISO-500, 135mm
Sony ILCE-7, F /3,5, 1/125sec., ISO-500, 135mm

Hier haben wir im Schatten fotografiert. Damit das Licht nicht zu flach ist und Andrea’s Gesicht etwas moddelliert wird, wurde von schräg links oben zusätzlich geblitzt.

Erst bei der Bearbeitung fiel mir auf, dass die Hose am linken Bein unschöne Schatten – verursacht vom Blitz schlägt, die Andreas Bein wie verknittert wirken lassen. Anfängerfehler…

Mein Lieblingsbild: Andrea in Jeans, mit kleinem Hüftknick und keckem Lächeln. Das Top sitzt etwas höher als im ersten Bild. Gleiche Biltzsituation. In Lightroom habe ich etwas mit der Farbgebung gespielt: neben der dem Original habe ich (zweites Bild) die Sättigung insgesamt stark reduziert.  Im dritten Bild wurde die Sättigung der Jeans beibehalten und nur der Rest stark entsättigt. Die letzten beiden Varianten sind Schwarz-Weiß – in unterschiedlichen Helligkeitsstufen.

Gleiche Location, Andrea’s Lieblingskleid

Sony ILCE-7, F /2,8, 1/200sec., ISO-800, 135mm
Sony ILCE-7, F /2,8, 1/200sec., ISO-800, 135mm

Andrea in ihremn Lieblingskleid. Hier gingen uns leider etwas die Posen aus. Wir hätten das Kleid gerne „flattern“ lassen – aber letztendlich wirkte alles ziemlich gestellt. Bei dem Foto mit dem Baum meinte Andrea, dass es sehr wie „Natur – brauch ich nicht“ – aussieht. Ich finde, sie streichelt den Baum!

Abendstimmung, Monopteros

Sony ILCE-7, F /4,5, 1/125sec., ISO-80, 120mm
Sony ILCE-7, F /4,5, 1/125sec., ISO-80, 120mm
Sony ILCE-7, F /4,5, 1/125sec., ISO-80, 120mm
Sony ILCE-7, F /4,5, 1/125sec., ISO-80, 120mm
Sony ILCE-7, F /2,8, 1/8000sec., ISO-800, 130mm
Sony ILCE-7, F /2,8, 1/8000sec., ISO-800, 130mm

Bei den letzten Fotos steht die Sonne schon recht niedrig. Mir gefällt die Abendstimmung mit rötlichem Licht am Monopteros, die Andrea’s Haut strahlen lässt. Das erste Foto ist ohne künstliche Beleuchtung entstanden.

 

Low Key Fotografie = Portraits „aus dem Dunkeln“

Eine spezielle Art der Portraitfotografie ist die sog. Low-Key-Fotografie. Das bedeutet, dass das Bild im Wesentlichen dunkel ist – nur das Portrait selbst tritt aus dem Dunkel heraus. Das ist am besten im Studio zu bewerkstelligen. Also noch schnell das Wohnzimmer umgeräumt…  🙂  – ich habe ein schwarzes Tuch als Hintergrund aufgehängt. Aber: theoretisch könnte man auch einen weißen Hintergrund (oder das, was halt gerade rumsteht) verwenden: wenn man den Hintergrund nämlich nicht beleuchtet, bleibt er auf dem Foto trotzdem schwarz. Also: Fenster zu, damit schon mal kein natürliches Licht Sachen beleuchtet, die man auf dem Foto nicht sehen möchte. Das Modell selbst muss man natürlich schon beleuchten. Dieses Mal musste mein Olli herhalten…

Man positioniert also das Modell (und den Blitz oder die Permanentbeleuchtung) so weit wie möglich vom Hintergrund weg. Die Beleuchtung soll nahe am Modell stehen. Nach der Abstandsregel nimmt die Lichtintensität, welche auf einem Objekt ankommt, quadratisch mit dem Abstand ab. Wenn der Blitz also 50cm vom Modell weg ist und das Modell 2m von der Wand (also vier mal so weit), kommt nur 1/16 des Lichts vom Blitz an der Wand an. Diesen Effekt nutzen wir hier aus! Wenn der Blitz sehr nahe am Modell steht, muss die Blitzleistung relativ weit runtergeregelt werden, damit das Modell nicht überblitzt wird. Denn die Belichtungszeit, auf welche die Kamera noch runterregeln kann, ist durch die Blitzsynchronisationszeit beschränkt – kürzer als 1/160sec. kann meist nicht belichtet werden. Der Blitz folgt sonst der Kamera nicht schnell genug. Die Messung für die Belichtungszeit stellt man so ein, dass nur das Gesicht gemessen wird (Spotmessung oder mittenbetont). Jetzt muss man natürlich noch den Blitz so platzieren, wie man den Effekt haben mag… hier ein paar Beispiele:

„Sein oder nicht sein..“ – mit Huhn Edna
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 160mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 160mm

Die Beleuchtung kam von halb-links aus der Richtung des Fotografen. Damit der Kontrast nicht zu stark ist, habe ich zwischen Blitz und Modell noch einen Diffusor gelegt. Von rechts wurde nicht beleuchtet, weder mit einer Lichtquelle noch über einen Diffusor.

Olli diabolisch: 
Sony ILCE-7; f /13, 1/200sec., ISO-200, 200mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/200sec., ISO-200, 200mm

Mein Standort war leicht erhöht. Geblitzt wurde von unten nach oben – an der Reflektion am unteren Rand der Pupille deutlich zu sehen.

Olli liebevoll mit Garfield, dem Schmusekater
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 180mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 180mm

Hier wurde von links oben, leicht von vorne geblitzt (siehe Lichtreflex im Katzenauge…). Die Position des Blitzes wurde so gewählt, dass die Gesichtshälfte rechts nur ganz „knapp“ vom Blitz erwischt wird; Wange und Auge sind noch ganz leicht  angedeutet zu sehen.

Hilfsmittel

Selbst für solche schon recht „künstlerisch“ wirkende Fotos braucht es nicht so viele Hilfsmittel:

  • Einen Aufsteckblitz, den man auch entfesselt (also weg von der Kamera) betreiben kann
  • Ein schwarzes Tuch für den Hintergrund (oder eine dunkle Wand)
  • Ein weißes dünnes Tuch als Diffusor

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Fotokurs „Portrait 2“ – Fotografieren mit dem Blitz

Etwas „advanced“ ging es am zweiten Tag unseres Portraitkurses zu: heute sollte, zusätzlich zum natürlichen Licht, der Blitz eingesetzt werden. Natürlich blitzt man dem Modell nicht direkt in’s Gesicht. Das würde flach wirken und harte Schlagschatten produzieren. Stattdessen können die meisten Systemblitze nach der Seite oder nach oben gedreht werden, um damit auf einen Reflektor zu blitzen, der indirekt das Modell aufhellt. Also muss wieder ein Assistent mit…

Unser Shooting war in München am Europäischen Patentamt. Dort konnte sich Model Vivi dekorativ in dem Monument postieren oder frech von den Säulen hervorlugen. Auch ganz natürlich, im Baum, machte sie sich gut!

SONY ILCE-7, F /4.5, 1/160sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /4.5, 1/160sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 120mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 120mm

 

 

Ein bisschen Photoshop muss sein

Eigentlich wollte ich ein ebay-Foto machen. Wie immer, mit einfachen Mitteln: weißes Stück Stoff auf einen Stuhl drapiert, für einen „professionellen“ Hintergrund.  Darauf kommt dann die Ware. Draußen auf dem Balkon, im Schatten (damit es keine so krassen Schlagschatten gibt). Aber es kommt natürlich anders: schwupps – schon hockt meine kleine Queenie Nala auf dem Hocker. Und schaut erhaben in die Kamera. Ich habe sie leicht (mit dem kleinen Kamerablitz) angeblitzt, damit sie schön dreidimensional rauskommt. Den Blitz also vorher „auf kleine Flamme“ gedreht.

Sony DSLR-A500, F /10, 1/60sec., ISO-400, 20mm
Sony DSLR-A500, F /10, 1/60sec., ISO-400, 20mm

Natürlich sah der Hintergrund (Hauswand usw.) nicht soo nobel aus. Im Photoshop habe ich einfach in der Tonalität des weißen Tuchs noch einen dezenten Farbverlauf dazugefügt und unten, wo der Hocker zu sehen ist, das Tuch „verlängert“. Fertig ist die Prom-Queenie!

Sony DSLR-A500, F /10, 1/60sec., ISO-400, 20mm
Sony DSLR-A500, F /10, 1/60sec., ISO-400, 20mm