Blende

Was ist eigentlich eine Blende?

Muss ich die einstellen und wie – und was passiert dann?

Die Blende sorgt (grob gesprochen) dafür, dass nicht ständig Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Nur dann, wenn man auf den Auslöser drückt. Dann macht die Blende kurz auf und lässt das Licht (das Motiv) durch, damit der Sensor es an die Speicherkarte weitergibt.

Wie weit die Blende aufmacht (dh. wie groß der Schlitz oder das Loch wird), das stellt man (oder beim Motivprogramm: die Kamera) mit der Blendenzahl ein. Selbst einstellen kann man die Blende, indem man das Programm-Wählrad der Kamera auf „A“ stellt. Dann kann man (mit dem zweiten Einstellrad oder manchmal auch Tasten) die Blendenzahl einstellen.

Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blende (blöd, gelle… – wer sich das wieder ausgedacht hat 😉 )Einstellrad_Kompaktkamera

Bei den Fotodaten, die bei meinen Fotos im Bild unten mit eingeblendet werden, findet man die Blendenzahl mit dem „F“ bezeichnet: also F /4.5 ist eine große=offene Blende.  F /29 ist eine kleine=geschlossene Blende. Weil 29 größer als 4,5 ist…

Und: je größer die Blende, desto geringer die Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe – ist das gleiche…). Oder: je kleiner die Blende, desto höher die Schärfentiefe. Was Schärfentiefe ist, seht ihr hier an den Bildern:

Hier geht’s mal ausnahmsweise NICHT um die Katze – auf die habe ich scharf gestellt/fokussiert. Sie bleibt also immer gleich. Sie bewegt sich nicht mal 😉

Hohe Schärfentiefe (d.h. der Hintergrund bleibt scharf) bei geschlossener/kleiner Blende (=hohe Blendenzahl):

SONY DSLR-A500, F /29, 5sec., ISO200, 45mm
SONY DSLR-A500, F /29, 5sec., ISO200, 45mm

An diesem Bild (mit F /29 – also mit kleiner, geschlossener Blende aufgenommen) sieht man, dass außer der Katze auch das Bild und die Jacken im Hintergrund rechts sowie die Pflanzen links noch recht scharf und deutlich zu erkennen sind.

Mittlere Schärfentiefe bei mittlerer Blende bzw. mittlerer Blendenzahl:

Beim zweiten Bild habe ich eine mittlere Blende (F /8) eingestellt. Man sieht, dass das Bild und die Jacken sowie die Pflanze links schon leicht unscharf werden:

SONY DSLR-A500, F /8, 1/2sec, ISO200, 45mm,
SONY DSLR-A500, F /8, 1/2sec, ISO200, 45mm,

Wenig Schärfentiefe (dh. unscharfer Hintergrund) bei offener/großer Blende (= kleine Blendenzahl)

Beim letzen Foto habe ich die Blende ganz geöffnet (F /4.5). Das Bild im Hintergrund ist nun vollständig verschwommen. Auch die Pflanze, welche zwar etwas näher am (scharfen) Vordergrund ist als das Bild, wird schon sehr deutlich unscharf.

SONY DSLR-A500, F /4.5, 1/8sec., ISO200, 45mm
SONY DSLR-A500, F /4.5, 1/8sec., ISO200, 45mm

Wieso muss man die Blende verstellen?

Bei Portraitfotos benutzt man den Unschärfe-Effekt bei großer Blende (kleiner Blendenzahl), um den Hintergrund extra verschwimmen zu lassen – damit die Aufmerksamkeit ungeteilt auf dem wunderschönen Motiv liegt… auf dem Beispielfoto zum Thema Portrait ist das gut zu erkennen.

Bei Landschaftsfotos möchte man meist die gesamte Weite darstellen – und macht deswegen die Blende möglichst zu (große Blendenzahl), damit nix verschwimmt.

So arbeiten auch die Motivprogramme Eurer Kameras: auf „Portrait“ gestellt, wird die Kamera die Blende so weit wie möglich öffnen. Bei Landschaftsaufnahmen macht die Kamera den Verschluss so weit wie möglich zu.

Natürlich beeinflusst die Öffnung der Blende auch die Zeit, wie lange das Licht auf den Sensor fallen muss, damit das Foto die richtige Helligkeit hat (=die Belichtungszeit). Wenn die Blende klein ist, muss sie länger offen bleiben. Wenn man sie weit aufmacht, kann man kürzer belichten.

TIP: Wenn ihr neugierig seid, und z.B. von alten Fotos die Einstellungen wissen wollt, wie diese augenommen wurden: blendet einfach im Windows Explorer in der Detailansicht die Spalten „Blendenzahl“, „Brennweite“, „Belichtungszeit“ usw. mit ein. Diese Daten speichert Eure Kamera nämlich mit dem Bild ab. Sogar, mit welcher Kamera ihr ein Foto geschossen habt, ist dort abgespeichert!