ISO – Empfindlichkeit

Wieso sind eigentlich manche Bilder, die ich mit dem Handy mache, so körnig oder „grisselig“? Vor allem, wenn’s dunkel ist? – Vielleicht habt ihr Euch das auch schon oft gefragt!

Es liegt … am ISO-Wert!

Der ISO-Wert gibt an, wie empfindlich Eure Kamera auf Licht reagiert. Heute kann man das einstellen – zu Zeiten analoger Fotografie musste man zur Anpassung der Empfindlichkeit noch den Film wechseln!

Stellt man die Kamera auf „sehr empfindlich“ (hoher ISO-Wert), muss weniger Licht reinfallen, damit das Bild richtig belichtet ist. Man kann also kürzer belichten oder die Blende schließen.

Bei geringer Empfindlichkeit muss man länger belichten oder die Blende weit öffnen. Wenn’s dunkel ist, besteht also Verwackelungsgefahr, da man die Kamera einfach nicht so lange ruhig halten kann.

Nachteil eines hohen ISO-Wertes: das Bild wird körnig oder „grisselig“! Also: je höher der ISO-Wert, desto körniger das Foto!

Sehr hoher ISO-Wert 12800:

Man sieht deutlich die Körnung.

(Garfield musste mal wieder als Modell herhalten… aber es wurden hierfür keine Tiere gequält!!).

SONY DSLR-A500, F /29, 1/10sec., ISO-12800, 45mm
SONY DSLR-A500, F /29, 1/10sec., ISO-12800, 45mm

Viele Handys und Kompaktkameras stellen sich ihren ISO Wert automatisch ein. Damit das Bild nicht verwackelt, nehmen sie (je nach Lichtsituation) den höchsten ISO-Wert, der nötig ist, damit das Bild nicht verwackelt. Beim Handy kann man den ISO Wert meist gar nicht manuell einstellen… weswegen sich die Körnung bei Nachtaufnahmen meist nicht vermeiden lässt.

Stellt man eine Kompakt- oder Spiegelreflexkamera auf ISO-Auto, wird man einen ähnlichen Effekt finden wie beim Handy, da die Kamera dann den höchsten ISO-Wert wählt. Bei vielen Kompaktkameras oder auch Spiegelreflexkameras kann man den ISO-Wert aber fixieren oder nach oben begrenzen. Wenn man gar keine Körnung haben möchte, stellt man den festen ISO-Wert 100 oder 200 ein (je nach Kamera). Man sollte dabei aber darauf achten, dass man dann das Bild noch „halten kann“ – das heißt, dass man nicht verwackelt, wenn man kein Stativ oder sonstige Hilfsmittel hat. Denn die Belichtungszeit wird dadurch bei gleicher Lichtsituation natürlich länger!

Anhand der nächsten zwei Bilder sieht man, wie bei kleineren ISO-Werten die Körnung so mit niedrigerer ISO langsam weniger wird.

ISO 3300:

die Körnung ist noch deutlich zu sehen, allerdings schon viel schwächer als beim Foto oben.

SONY DSLR-A500, F /29, 1/2sec., ISO-3200, 45mm
SONY DSLR-A500, F /29, 1/2sec., ISO-3200, 45mm

ISO 200:

Dies ist die beste Schärfe, die meine Kamera (Sony Alpha 500) hergibt. Es ist keine Körnung mehr zu sehen. Natürlich gibt es auch Kameras, die sogar ISO 100 oder ISO 50 können, also noch schärfer wirken. Aber die kann ich mir nicht leisten 🙁

SONY DSLR-A500, F /29, 5sec., ISO-200, 45mm
SONY DSLR-A500, F /29, 5sec., ISO-200, 45mm

Bei so geringer Empfindlichkeit (und geschlossener Blende F /29) musste ich natürlich sehr lange belichten (5 sekunden). Das hätte ich (auch ohne Kaffeekonsum) nie ruhig halten können! Professionelle Fotografen bauen hierfür ihr Stativ auf. Ich hab die Kamera nur auf einen festen Stuhl draufgestellt und für den korrekten Bildausschnitt einen Radiergummi unter’s Objektiv gelegt 😉

Auch ein Reissack tut hier gute Hilfe. Wie das geht, erkläre ich später!