Architektur

Architekturfotografie ist – finde ich – nicht viel anders als ein Portrait. Das Portrait eines Hauses oder eines Ensembles. Also gilt auch hier: Reduktion auf das Wesentliche!

Zusätzlich hat man in der Architektur- und Städtefotografie oft das Problem: Ich krieg’s einfach nicht drauf! Es ist nicht genug Platz da, man kann nicht weit genug weg gehen, die Kirche ist einfach zu groß… Oft sind dann die Haus-Ecken schief im Bild, weil man die Kamera nach oben neigen muss. Sieht meist nicht soo toll aus. Hier das Rathaus am Münchner Marienplatz, vom Marienplatz „gegenüber“ fotografiert:Sony DSLR-A500, F /22, 1/60sec., ISO-200, 18mm

Was tun?

Möglichkeit 1: sich die Zeit nehmen, rumspazieren und schauen, ob man nicht doch eine Ecke findet, von wo aus man das Ensemble/Gebäude, was man fotografieren möchte, ganz drauf kriegt. Oft gibt’s z.B. gegenüber der Kirche ein Cafe, wo man auf die Dachterrasse kann oder eine Straße führt geradewegs von dem Gebäude weg – man muss nur ein paar Meter gehen…

Am Münchner Marienplatz lässt sich das Rathaus schon besser drauf kriegen, wenn man ein paar Meter weiter weg geht: die Häuserecken sind schon gerader. Aber noch nicht ganz!Sony DSLR-A500, F /6.3, 1/320sec., ISO-200, 18mm

Noch besser eignet sich für’s Foto aber das Cafe gegenüber, das im fünften Stock liegt. Hier lassen sich flüchtende Hausecken vollständig vermeiden.SONY DSCAußerdem hatte ich auf diesem Bild zusätzlich eine schöne Gewitterstimmung erwischt. Und: das Cafe hat mich vor dem Regen bewahrt. Bei Kaffee und Kuchen diese schöne Stimmung einzufangen – gute Wahl!

Möglichkeit 2: sich überlegen, ob wirklich das ganze Gebäude drauf muß. Oft sind es die kleinen Details, die die Architektur ausmachen: ein schön verzierter Balkon z.B. oder die maurischen Fliesen einer Kirche in Sizilien… oft genügt ein Ausschnitt. Im Münchner Neuen Rathaus habe ich ein kleines Pferd entdeckt, das hinter einem Geranientopf hervorlugt:SONY DSLR-A500, F /6.3, 1/100sec., ISO-200, 250mm

Möglichkeit 3: Wenn schon „verkippen“, dann richtig! Hier bin ich ganz nah dran gegangen an das Rathaus. Und habe die Kamera steil nach oben gerichtet. Schon kommt mehr Spannung in’s Bild!Sony DSLR-A500, F /13, 1/80sec., ISO-200, 18mm

Möglichkeit 4: Photo-Retusche. Wenn man ein Gebäude „nur ein bisschen“ verkippen muss – sieht’s im Foto immer noch blöd aus… Mit vielen einfachen Fotoprogrammen kann man kippende Linien einfach geradeziehen. Sollte aber darauf achten, dass dabei die Proportionen des Gebäudes noch richtig sind!

Hier ist die gerade gerückte Version des ersten Fotos:SONY DSLR-A500, F /22, 1/60sec., ISO-200, 19mmOKOK – ich habe auch den Kran auf der linken Seite noch rausretuschiert…

Grundregel:  Wichtig ist es vor allem, sich Zeit zu nehmen. Aus der Hüfte geschossene Fotos, für die man sich vielleicht noch nicht mal die Ruhe genommen hat, stehen zu bleiben, werden bestimmt nicht Eure Lieblingsfotos werden. Faustregel: erst Mindestens 30 Sekunden in die Kamera schauen, bevor man abdrückt!

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