Tierfotografie

Für die Tierfotografie gilt eigentlich das Gleiche wie für ein (Menschen)-Portrait: Das Tier muss im Zentrum stehen. Und nur das Tier!

Am besten wirkt ein Foto immer, wenn man sich auf Augenhöhe mit dem zu portraitierenden Tier befindet. Da ich leider keine Pferde, sondern nur zwei Katzen haben (und die einiges kleiner sind als ich), bin ich also oft unten am Fußboden anzutreffen – so wie hier mein Freund Olli.

SONY DSLR-A500, F /4.5, 1/20sec., ISO-3200, 30mm
SONY DSLR-A500, F /4.5, 1/20sec., ISO-3200, 30mm

Die wichtigsten Tips:

Diese sind ganz ähnlich zum Menschen-Portrait.

a) das Tier möglichst raumfüllend aufnehmen, d.h. nix störendes außenrum fotografieren! Das lenkt nur vom eigentlichen Motiv ab.

b) Das wichtigste sind die Augen! Bei einem normalen Portrait sollte immer auf das Gesicht – oder noch besser: die Augen scharf gestellt werden. Die neuesten Kameras haben deswegen nicht nur eine Gesichts- sondern auch eine Augenerkennung.

c) wenn die Kamera es zulässt, möglichst die Blende weit öffnen (d.h. kleine Blendenzahl einstellen). Das lässt den Hintergrund in’s Unscharfe verschwimmen und konzentriert den Blick noch stärker auf das eigentliche Motiv.

d) auf die Augen scharf stellen. So macht man das:

Wieso ist mein Motiv manchmal unscharf?

Gerade bei Kleinbildkameras gelingen Fotos oft nicht auf’s erste Mal: das Motiv ist unscharf, stattdessen ist der Hintergrund scharf. Wieso passiert das?

Meistens ist die Vollautomatik schuld: die stellt nämlich einfach  auf „möglichst alles“ scharf. So wie z.B. hier:

Panasonic DMC-FX10, F /2.8, 1/30sec., ISO-100, 6mm
Panasonic DMC-FX10, F /2.8, 1/30sec., ISO-100, 6mm

Ich denke, ich wollte wohl die Münze fotografieren (wieso auch immer – ist ein ganz normales Zwei-Euro-Stück…). Aber meine Kamera hat auf das scharf gestellt, was die meiste Fläche ausfüllt: den Hintergrund.

Wie kann man das vermeiden?

Meistens ist an der Kamera die Voll-Automatik eingestellt – die verwendet zum Scharfstellen einfach alle Sensoren, die quer über die Bildfläche verteilt sind – wo das eigentliche Motiv ist, wissen die Sensoren natürlich nicht!

Wenn nicht die Voll-Automatik eingestellt ist, sondern z.B. „P“ (also eine Automatik, die zwar richtig belichtet und scharf stellt, aber halt „dumm“ ist), benützt die Kamera ein breites Fokus-Feld. In der Einstellung „P“ kann man das ändern:

Voreingestellt (z.B. Nikon Kleinbildkamera)               Voreingestellt: hier bei Sony Spiegelreflexkamera

SONY DSC          Sony_AF-Breit

Für Portraitaufnahmen (bzw. für alle Aufnahmen, die einen deutlichen Vordergrund haben) ist die Einstellung „Mittenbetont“ besser. Die sieht so aus:

z.B. Nikon Kleinbildkamera                                            z.B. Sony Spiegelreflexkamera

SONY DSC         Sony_Spot1

 

Nun muss man nur noch drauf achten, dass man zum Fokussieren wirklich auf das Motiv drauf hält: d.h. zunächst die Kamera mittig auf das Motiv (die Katze oder das Pferd) halten, den Auslöser leicht drücken und gedrückt lassen, dann den Ausschnitt wählen – und dann Abdrücken!

Meine kleine Nikon ist schon ziemlich modern: in der Einstellung „Portrait Autofokus“ sucht sie sich sogar von alleine, wo der Mensch sitzt. (muss mal probieren, ob sie auch eine Katze findet 😉 ). Da muss man nicht mal mehr anzielen, sondern kann sofort den gewünschten Ausschnitt wählen.

SONY DSC

Jetzt muss das Tier nur noch einigermaßen still halten. Oder ihr verpflichtet jemanden, mit dem Tier zu spielen – am besten am Boden, sonst ist das Motiv zu unruhig. Was auch fast immer funktioniert ist: Fressen geben! Den Napf so aufstellen, dass in Blickrichtung, wo das Tier hinschaut, noch genug Platz für den Fotografen ist. (Im Pferdestall sollte dort möglichst kein Misthaufen sein – denn da müsste der Fotograf sonst rein!). Runter gehen auf die Augenhöhe des Tiers (bei großen Pferden: auf nen Schemel steigen…) – dann viel Spaß beim Fotografieren!

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