Low Key Fotografie = Portraits „aus dem Dunkeln“

Eine spezielle Art der Portraitfotografie ist die sog. Low-Key-Fotografie. Das bedeutet, dass das Bild im Wesentlichen dunkel ist – nur das Portrait selbst tritt aus dem Dunkel heraus. Das ist am besten im Studio zu bewerkstelligen. Also noch schnell das Wohnzimmer umgeräumt…  🙂  – ich habe ein schwarzes Tuch als Hintergrund aufgehängt. Aber: theoretisch könnte man auch einen weißen Hintergrund (oder das, was halt gerade rumsteht) verwenden: wenn man den Hintergrund nämlich nicht beleuchtet, bleibt er auf dem Foto trotzdem schwarz. Also: Fenster zu, damit schon mal kein natürliches Licht Sachen beleuchtet, die man auf dem Foto nicht sehen möchte. Das Modell selbst muss man natürlich schon beleuchten. Dieses Mal musste mein Olli herhalten…

Man positioniert also das Modell (und den Blitz oder die Permanentbeleuchtung) so weit wie möglich vom Hintergrund weg. Die Beleuchtung soll nahe am Modell stehen. Nach der Abstandsregel nimmt die Lichtintensität, welche auf einem Objekt ankommt, quadratisch mit dem Abstand ab. Wenn der Blitz also 50cm vom Modell weg ist und das Modell 2m von der Wand (also vier mal so weit), kommt nur 1/16 des Lichts vom Blitz an der Wand an. Diesen Effekt nutzen wir hier aus! Wenn der Blitz sehr nahe am Modell steht, muss die Blitzleistung relativ weit runtergeregelt werden, damit das Modell nicht überblitzt wird. Denn die Belichtungszeit, auf welche die Kamera noch runterregeln kann, ist durch die Blitzsynchronisationszeit beschränkt – kürzer als 1/160sec. kann meist nicht belichtet werden. Der Blitz folgt sonst der Kamera nicht schnell genug. Die Messung für die Belichtungszeit stellt man so ein, dass nur das Gesicht gemessen wird (Spotmessung oder mittenbetont). Jetzt muss man natürlich noch den Blitz so platzieren, wie man den Effekt haben mag… hier ein paar Beispiele:

„Sein oder nicht sein..“ – mit Huhn Edna
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 160mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 160mm

Die Beleuchtung kam von halb-links aus der Richtung des Fotografen. Damit der Kontrast nicht zu stark ist, habe ich zwischen Blitz und Modell noch einen Diffusor gelegt. Von rechts wurde nicht beleuchtet, weder mit einer Lichtquelle noch über einen Diffusor.

Olli diabolisch: 
Sony ILCE-7; f /13, 1/200sec., ISO-200, 200mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/200sec., ISO-200, 200mm

Mein Standort war leicht erhöht. Geblitzt wurde von unten nach oben – an der Reflektion am unteren Rand der Pupille deutlich zu sehen.

Olli liebevoll mit Garfield, dem Schmusekater
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 180mm
Sony ILCE-7; f /13, 1/125sec., ISO-200, 180mm

Hier wurde von links oben, leicht von vorne geblitzt (siehe Lichtreflex im Katzenauge…). Die Position des Blitzes wurde so gewählt, dass die Gesichtshälfte rechts nur ganz „knapp“ vom Blitz erwischt wird; Wange und Auge sind noch ganz leicht  angedeutet zu sehen.

Hilfsmittel

Selbst für solche schon recht „künstlerisch“ wirkende Fotos braucht es nicht so viele Hilfsmittel:

  • Einen Aufsteckblitz, den man auch entfesselt (also weg von der Kamera) betreiben kann
  • Ein schwarzes Tuch für den Hintergrund (oder eine dunkle Wand)
  • Ein weißes dünnes Tuch als Diffusor

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Portraitfotografie – Available light

Zum zweiten Mal besuche ich schon den Kurs „Portraitfotografie“. Am ersten Tag möchten wir unser Model – Vivi – nur mit natürlichem Licht ausleuchten – also ohne Blitz und Kunstlicht. Das geht natürlich am besten draußen. Bewölkter Himmel = gutes Licht für den Fotografen! Denn diffuses Licht heißt, dass keine zu dunklen Schlagschatten das Gesicht hart aussehen lassen. Dunkle Stellen können mit sog. Lichtformern (Reflektoren), die ein Assistent so hält, dass Licht auf die betreffenden Stellen fällt, aufgehellt werden. In der prallen Sonne können Diffusoren helfen, welche zwischen Model und Sonne gehalten werden.

Hier ein paar Bilder, die an diesem Tag entstanden sind:

Location 1  „Kirche in Alt-Thalkirchen“
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/1250sec., ISO-640, 200mm
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/1250sec., ISO-640, 200mm

Vivi sinnlich, vor der Alt-Thalkirchener Kirche (wie passend!). Der Himmel ist bewölkt, dh. das Tageslicht kann direkt als Hauptlicht verwendet werden. Die Kinnpartie und Wange wird von einem Reflektor, der rechts vom Model gehalten wird, aufgehellt.

Location 2 „Isarstrand“ 
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/6400sec., ISO-640, 120mm
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/6400sec., ISO-640, 120mm

Auch hier war der Himmel bewölkt. Nur „von unten“ wurde etwas aufgehellt.

Sony ILCE-7, F /2.8, 1/8000sec., ISO-640, 130mm
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/8000sec., ISO-640, 130mm

 

 

 

 

 

 

An diesem Bild scheiden sich die Geister: Ich wollte, dass man am Schatten-Licht-Spiel sieht, wie schön hell die Sonne scheint und habe ohne Diffusor fotografiert. Nur: das ist natürlich absolut nicht „aus dem Lehrbuch“: dunkle Schatten lassen Vivi’s Nase größer erscheinen und machen ihr Gesicht hart. Irgendwie gefällt mir das Foto trotzdem…

 

 

Sony ILCE-7, F /2.8, 1/5000sec., ISO-640, 150mm
Sony ILCE-7, F /2.8, 1/5000sec., ISO-640, 150mm

Die Sonne scheint noch immer – nur dass jetzt eine Assistentin einen Diffusor über Vivi hält, so dass die Schatten jetzt sehr flach sind. Der Strich rechts unten ist übrigens ein Aufhell-Reflektor 🙂

 

 

 

 

 

Über Feedback – positiv wie negativ – würde ich mich sehr freuen!

Street Photography

Ein Thema, dem ich mich bisher noch gar nicht gewidmet hatte, ist die Street Photography.  Alltagsszenen, witzige Momente, Leute die sich möglichst unbeobachtet fühlen sollen, sind hier das Thema. Oft werden die Fotos dann in Schwarz-Weiß umgesetzt – wie auch hier (bis auf eines, was mir farbig besser gefallen hat).

Mit einem Kurs der Fotosafari – wieder mal – sind wir 8 Leute, mit Kameras bewaffnet, zusammen mit unserem Lehrmeister Robert von Aufschnaiter, nach einer kurzen einführenden Theoriestunde losgezogen. Nachdem es bei Straßenszenen viel zu viel fotografierendes zu sehen gibt (wenn man genau genug hinsieht), ist es ratsam, sich Aufgaben zu stellen. Erstes Thema: „Spiegelungen“ – vor der Tür des Unterrichtsraums:

Auf dem Weg zum Viktualienmarkt kamen wir an ein paar Hofeinfahrten vorbei. Diese ergeben hübsche Rahmen für vorbeilaufende Passanten. Wenn diese in dem Moment, in dem man fotografiert, auch noch herschauen, ist das Foto perfekt. Scharfstellen macht man – mangels Motiv in der richtigen Ebene, das läuf ja nur gerade in dem einen Moment vorbei – am besten manuell.

Auf dem Viktualienmarkt selbst galt es, Szenen zu fotografieren, die typisch für diesen Platz sind. Oft wollen Menschen nicht gerne fotografiert werden – hier hat uns Robert ein paar Tricks verraten:

a) Mit bereits erhobener Kamera vor dem Gesicht rumlaufen – so muss man nicht lange rumfummeln, wenn man „das“ Motiv gefunden hat.
b) Mit Partner arbeiten. Der Partner stellt sich in touristischer Manier posierenderweise neben das eigentliche Motiv, um sich dort scheinbar fotografieren zu lassen  – und der Fotograf hält knapp daneben.
c) so tun, als würde man was ganz anderes fotografieren wollen , und im nächsten Moment abdrücken.
d) Hinter einem Vorhang fotografieren: z.B. hinter herunterhängenden Waren. Diese bilden einen hübschen unscharfen Vordergrund, und man bleibt leichter unentdeckt.

Am Jakobsplatz, wo die Münchner Synagoge steht, galt es vor allem, Strukturen und die Atmosphäre des Platzes mit seinen Passanten festzuhalten.

Nächste Station: die Shoppingwelt der Theatiner-Passage:

Hier hat für mich am stärksten jedes Foto seine eigene Geschichte: Der Mann im Dessous-Laden, der sich darüber zu ärgern scheint, dass seine Frau nach der Geburt des Kindes sowas nicht mehr trägt. Der junge Mann, der davon träumt, ein Fußballstar zu sein (oder zumindest einen so tollen Schuh zu haben). Das Mädel, das auf dem Handy rumtippt, während es auf die Freundin wartet und an ihm die Passanten vorbei ziehen. Das andere Mädchen, das begeistert im Schuhladen stöbert – während der Mann daneben wohl eher wieder nach Hause will…

Den Abschluß machte der Marienplatz. Der ja eigentlich wirklich sehens- und nicht nur fotografierenswert ist. Umso mehr seine Touristen, von denen keiner ohne Handy vor dem Gesicht rumzulaufen scheint. Nur das kleine Hüdchen hatte ein echtes Münchner Erlebnis: es durfte aus dem Fischbrunnen trinken.

Fotosafari – Blaue Stunde rund um den Olympiapark und die BMW-Welt

Gestern Abend war mal wieder Fotosafari angesagt: Fotografieren der ganz eigenen Stimmung während der Blauen Stunde – also der Zeit nach Sonnenuntergang, wo der Himmel noch nicht ganz schwarz ist, die Lichter der Stadt aber schon aufleuchten. Mit drei weiteren Teilnehmern und Kursleiter Marco schlenderten wir zunächst durch den Olympiapark und fingen das Abendlicht ein, bevor es dann an die Langzeitbelichtungen ging…

Zebrae – oder: waren die alten Lateiner eigentlich auch schon in Kenia?

Eine der schönsten, weil friedlichsten Tiere Afrikas sind für mich die Zebras. Man findet sie in vielen Teilen Süd- und Ostafrikas. Nicht nur in Nationalparks. Auch wenn man gerade durch Tansania radelt, laufen sie einem mitunter einfach so über den Weg! Hier habe ich einige der schönsten Eindrücke aus der Masai Mara und dem Amboseli Nationalpark rausgesucht.

Sony ILCE-7; F /11, 1/200sec., ISO-125, 175mm
Sony ILCE-7; F /11, 1/200sec., ISO-125, 175mm
Sony ILCE-7; F /6.3, 1/200sec., ISO-100, 44mm
Sony ILCE-7; F /6.3, 1/200sec., ISO-100, 44mm

Zwei Wochen Fotoreise in Kenia. Die ersten Fotos!

Dass es dieses Mal so lange gedauert hat, bis ich die ersten Bilder aus Afrika veröffentliche, lag nicht an meiner Faulheit. Sondern daran, dass ich Lightroom für mich entdeckt habe. Mit ein bisschen Regler hin-und-her-schieben werden die Bilder viel lebendiger – und es ist gar nicht so schwierig! Nur: der Speicherplatz-Verbrauch wird noch schlimmer. Denn dieses Mal habe ich im RAW Format fotografiert. Anders als bei .jpg komprimiert dieses (meist Kamera-eigene) Format weniger, man kann also auch mehr aus dem Bild rausholen. Selbst wenn es ein bisschen unter- oder überbelichtet ist oder der Weißabgleich das Bild rot- oder grünstichig wirken lässt. Hier sind ein paar erste Kostproben zum Einstieg…. Landschaft und Tiere aus der Masai Mara, dem ersten Nationalpark, den wir besucht haben.  Diese Bilder sind – zwar eher versehentlich, aber so isses eben – mit sehr hoher ISO-Empfindlichkeit aufgenommen. Das wirkt sich eigentlich durch hohes Bildrauschen aus. Mit Lightroom kann man das Rauschen etwas glätten. Man verliert dabei zwar leicht an Details, aber das tut den Fotos keinen Abbruch!

Sony SLT-A65V, F /8, 1/3200sec., ISO-1250, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/3200sec., ISO-1250, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm
Sony SLT-A65V, F /8, 1/2500sec., ISO-1600, 600mm

Fotokurs „Portrait 2“ – Fotografieren mit dem Blitz

Etwas „advanced“ ging es am zweiten Tag unseres Portraitkurses zu: heute sollte, zusätzlich zum natürlichen Licht, der Blitz eingesetzt werden. Natürlich blitzt man dem Modell nicht direkt in’s Gesicht. Das würde flach wirken und harte Schlagschatten produzieren. Stattdessen können die meisten Systemblitze nach der Seite oder nach oben gedreht werden, um damit auf einen Reflektor zu blitzen, der indirekt das Modell aufhellt. Also muss wieder ein Assistent mit…

Unser Shooting war in München am Europäischen Patentamt. Dort konnte sich Model Vivi dekorativ in dem Monument postieren oder frech von den Säulen hervorlugen. Auch ganz natürlich, im Baum, machte sie sich gut!

SONY ILCE-7, F /4.5, 1/160sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /4.5, 1/160sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 200mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 120mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/250sec., ISO-160, 120mm

 

 

Fotokurs „Portrait 1“ – Available light, ohne künstliches Licht

Vor zwei Wochen habe ich an einem Portraitkurs der Fotosafari teilgenommen. Am ersten Tag haben wir uns mit dem Fotografieren mit ausschließlich natürlichem Licht beschäftigt, außen „on location“. Ideal für Portraitfotos draußen sind bewölkte Tage. Da gibt es keine so starken Schlagschatten.  Mit ein paar Reflektoren bewaffnet (z.B. mit Alufolie beklebte Styroporplatten tun’s) kann man zusätzlich dunkle Stellen im Gesicht aufhellen. Ein Assistent muss allerdings mit – wer sollte die Reflektoren sonst halten?

Wie bei jedem Portrait ist es natürlich ratsam, die Blende so weit wie möglich auf zu machen. Damit der Hintergrund schön im Unscharfen verschwindet. Dafür stellt man die Kamera am besten auf den Modus „A“ (Zeitautomatik, Blendenvorwahl). Sehr wichtig ist es, wirklich genau auf die Augen scharf zu stellen. Essentiell sogar! Das klappt, indem man den Autofokus auf „Spot“ stellt. Nur so kann man genau die Augen anvisieren und stellt nicht z.B. auf die Nasenspitze scharf. Eine interessante Umgebung, wie hier der Kabelsteg in München an der Isar – und das Model Vivi, das sich möglichst ungezwungen bewegt. Kleine Schönheitsfehler kann man in Fotoshop noch wegretuschieren. So sind ein paar wunderschöne Fotos entstanden!

SONY ILCE-7, F /2.8, 1/320sec., ISO-50, 135mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/320sec., ISO-50, 135mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/160sec., ISO-50, 120mm
SONY ILCE-7, F /2.8, 1/160sec., ISO-50, 120mm

 

Fotokurs „U-Bahn-Fotografie“

Vor zwei Wochen habe ich mich fotografisch fortgebildet: im Kurs „U-Bahn-Fotografie“ des Veranstalters fotosafari.com hat man uns gezeigt, wie man die öffentlichen Verkehrsmittel am besten in Szene setzt. Natürlich soll man was von der Bewegung, der Dynamik sehen – also sind Langzeitbelichtungen notwendig. Damit die nicht verwackeln, hatte also jeder sein Stativ dabei. Was in U-Bahnhöfen durchaus auffällt. Dort kann – und darf! – nicht mal so eben aus der Hüfte geschossen werden. Deswegen braucht man für solche Aufnahmen auch eine Genehmigung der MVG. Geblitzt werden darf nicht, damit die Führer der U-Bahnen nicht gestört werden.
München hat einige sehr fotogene Bahnhöfe: z.B. den Marienplatz mit dynamisch gebogenen, sehr grafischen Röhren, die Münchner Freiheit mit kühler blauer Effektbeleuchtung oder Westfriedhof, wo bunt illuminierte Leuchtkegel von der Decke hängen. Der Regenbogen-Bahnhof Candidplatz wird leider momentan instand gesetzt: der Regenbogen hat einige Kratzer.
Hier sind ein paar der Ergebnisse:

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Grauer Wintertag im Tierpark Hellabrunn

Ein bisschen Licht muss sein – und ist es draußen auch noch so grau und eklig. Trotzdem sind im Tierpark heute ein paar schöne Bilder entstanden. Mich würde interessieren, was Euch besser gefällt: natürlich oder Schwarz-Weiß? – Bitte um Eure Meinung!